ETS-2 kommt
Ab 2027 wird mit dem neuen Emissionshandelssystem ETS-2 der Ausstoß von CO₂ auch im Straßenverkehr und Gebäudesektor EU-weit bepreist.

Mit dem neuen Emissionshandelssystem ETS-2 setzt die EU einen weiteren zentralen Baustein ihres „Fit for 55“-Pakets um, das die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 % gegenüber 1990 senken soll.
Das System basiert auf dem Prinzip „Cap and Trade“: Für jede ausgestoßene Tonne CO₂ ist ein handelbares Zertifikat erforderlich. Die Gesamtmenge der Emissionen wird durch eine EU-weit festgelegte Obergrenze limitiert – mit der Folge, dass fossile Energieträger wie Heizöl, Erdgas, Diesel und Benzin teurer werden – und das voraussichtlich bereits ab 2026.
Auswirkungen auf Unternehmen: Kosten, Bürokratie – und Handlungsdruck
Besonders betroffen sind Branchen mit hohem Energieverbrauch oder Mobilitätsbedarf – etwa Logistik, Gebäudewirtschaft, Handwerk und Energieversorgung. Für sie bedeutet ETS-2:
- Steigende Energiekosten, vor allem für Wärme und Kraftstoffe
- Zusätzlicher Verwaltungsaufwand durch Monitoring und Reporting von CO₂-Emissionen
- Wirtschaftlicher Druck auf Betriebe mit knappen Margen
- Gleichzeitig neue Chancen durch Investitionen in E-Mobilität, Wärmepumpen und energieeffiziente Technik
CO₂-Preis könnte sich verdreifachen – spürbare Mehrkosten drohen
Prognosen gehen davon aus, dass der CO₂-Preis im ETS-2 bis 2030 deutlich ansteigen wird. Laut BloombergNEF könnte der Preis pro Tonne CO₂ auf bis zu 149 Euro steigen – was Verteuerungen beim Heizen um bis zu 41 % und beim Tanken um 22–27 % zur Folge hätte. Andere Szenarien rechnen sogar mit Preisen von über 200 Euro pro Tonne CO₂ im Jahr 2030 (Quelle: Homaio.com).
Für Unternehmen mit fossilem Energieeinsatz bedeutet das Mehrkosten im fünf- bis sechsstelligen Bereich jährlich – je nach Verbrauch. Der Handlungsdruck steigt.
Energiebeschaffung wird zum strategischen Hebel
Mit weiter steigenden Energiepreisen wird eine vorausschauende und nachhaltige Energiebeschaffung zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Wer frühzeitig auf CO₂-arme Energiequellen, langfristige Lieferstrategien, Flexibilitätsmodelle und Effizienzmaßnahmen setzt, kann seine Kosten stabilisieren – und profitiert zugleich von regulatorischer Planungssicherheit.
Fazit
ETS-2 wird die Energiepreise spürbar erhöhen. Unternehmen sollten sich jetzt auf steigende CO₂-Kosten vorbereiten – durch gezielte Investitionen in Effizienz, Transparenz bei Emissionen und eine professionelle Energieeinkaufsstrategie.