Gasversorgung im Winter: Bundesregierung plant zusätzliche Absicherung
Deutschlands Gasspeicher waren Anfang Oktober 2026 zu rund 59 Prozent gefüllt. Die Bundesregierung erwartet dennoch keine Gasmangellage im kommenden Winter. Zusätzliche Einlagerungen und eine geplante strategische Reserve sollen die Versorgung absichern.
Die vergleichsweise niedrigen Speicherstände rücken die Gasversorgung vor Beginn der Heizperiode in den Fokus. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche geht weiterhin davon aus, dass Deutschland ausreichend versorgt werden kann. Nach Einschätzung des Wirtschaftsministeriums war Mitte September für den Winter 2026/27 keine Gasmangellage zu erwarten.
Zusätzliche Gasmengen für den kommenden Winter
Zur Vorsorge hat das Bundeswirtschaftsministerium das bundeseigene Energieunternehmen SEFE beauftragt, bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden Gas zu beschaffen und einzuspeichern. Die Mengen sollen aus zusätzlichen Lieferungen stammen, damit die Beschaffung anderer Marktteilnehmer nicht beeinträchtigt wird. Auch die übrigen Energieunternehmen sind aufgefordert, ihre Einlagerungen für den Winter voranzutreiben.
Strategische Gasreserve ab 2027 vorgesehen
Darüber hinaus plant die Bundesregierung eine strategische Gasreserve, um auf unvorhergesehene Ereignisse und geopolitische Risiken besser reagieren zu können. Der Aufbau soll nach einer entsprechenden Gesetzesänderung im Jahr 2027 beginnen. Für den unmittelbar bevorstehenden Winter steht diese Reserve daher noch nicht zur Verfügung.
Speicherbranche warnt vor Risiken bei extremer Kälte
Ein Grund für die niedrigen Füllstände sind die Marktbedingungen: Die Preisentwicklung macht die Einlagerung von Gas für Händler derzeit wirtschaftlich weniger attraktiv. Der Branchenverband Initiative Energien Speichern warnt zugleich, dass ein außergewöhnlich kalter Winter zu Engpässen führen könnte. Trotz der zuversichtlichen Einschätzung der Bundesregierung bleiben die weitere Befüllung und der Witterungsverlauf deshalb entscheidend.